Web-Interactive

Anstatt einfacher und einheitlicher zu werden, wird die Lage im Web immer komplexer. Eine Antwort darauf ist Responsive Design, automatische Anpassung des Layout an die Browserfenster. Aus Sicht des Gestalters ist aber volle Kontrolle über das Erscheinungsbild wünschenswert. Das ist einer der Gründe warum es sinnvoll sein kann die unterschiedlichen Versionen (Desktop, Tablet, Smartphone) nicht von einem Code liefern zu lassen, sondern jeweils eine eigene HTML-Version zu erstellen. Die dann auch passend über eine Abfrage (Detection) des zugreifenden Browsers angezeigt wird, was man „adaptiv“ nennt. Beides hat mehrere Vor- und Nachteile. Unter dem Google-Stichworten „responsive vs. adaptive“ kann man die Diskussion verfolgen. Die mobile Welt ist jedenfalls ab jetzt standardmäßig zu berücksichtigen.

Die unterschiedlichen Desktop-Browser gibt es nach wie vor, die immer größeren und feiner aufgelösten Monitore, die Welt der Smartphones, und dazwischen noch die der Tablets. Nicht zu vergessen die Video-Formate, die auch für Mobile immer wichtiger werden.

Es ist ein bisschen paradox dass die Entfesselung des Web durch die Smartphones gleichzeitig interaktive Programme entstehen ließ die eher geschlossen sind, die sogenannten Apps. Diese müssen eigens geladen werden um quasi offline genutzt zu werden, und führen oft in eine eigene, geschlossene Welt. Viele funktionieren zwar auch über Online- Verbindung, dennoch fragt man sich ob dieses Anwendungs- Modell langfristig Bestand hat. Oder sich die Apps nicht wieder ins offene Web verlagern. Ein wichtiger Artikel zu Apps in der SZ.

Bei der Planung von Websites sollte man derzeit u.a. berücksichtigen:

• Existiert schon eine Website, die vielleicht aufwendig und attraktiv mit Flash gestaltet wurde? Die man also nicht einem rein technisch begründeten Relaunch opfern will..

• Welche Geräte werden von der Zielgruppe benutzt? Für entholt.com wurde adaptiv für die Zielgeräte produziert, und die aufwendige bestehende Flash-Site beibehalten.

• Wie häufig werden die Inhalte aktualisiert? Optimalerweise bedient ein Content-Management-System alle Versionen des Auftritts.

• Wie und wo erreicht man die Zielgruppe und kommt in Dialog mit ihr? Hier sind auch Youtube, Facebook & Co. zu berücksichtigen. Social Media also, wobei manchmal auch noch von Web 2.0 gesprochen wird.

Spiele oder spielerische Interaktionen, können zu ganz verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Ihre besondere Wirkung besteht darin dass sie den Nutzer emotional berühren, und zu einer intensiven Beschäftigung mit einem Thema anregen. Sie müssen so angelegt sein dass sie ein Erfolgserlebnis schaffen, ohne zu simpel zu sein und somit zu langweilen. Wenn es darum geht Inhalte zu vermitteln kann man Klassiker einsetzen wie Quiz oder Memory, oder natürlich eigene Spiel-Interaktionen entwickeln. Für Trainings-Anwendungen habe ich Spiel-Konzepte entwickelt. Sie dienen dazu visuelles und verbales Wissen in ansprechender Weise zu testen. Eine Anwendung für HUGO (HUGO BOSS) erhielt die höchste Auszeichung der NY-Festivals, den Grand Award. Von sehr kurzen witzig-spielerischen Interaktionen, die beispielsweise nur die Funktion haben einen Website-Besucher mit Charme zu begrüßen, bis hin zu komplexen Programmen reichen die Möglichkeiten Spiele für die Kommunikation einzusetzen. Durchaus auch für kleine und mittelgroße Projekte.

Ein Quiz mit Multiple-Choice-Fragen ist ein Klassiker der nie langweilig wird. Vorausgesetzt man gibt sich auch mit der Gestaltung Mühe, und baut nette kleine Gimmicks ein. Beispielsweise Reaktionen auf Auswahl, und richtiges oder falsches Ergebnis. Dafür bieten sich auch Sounds an, die aber nie „nerven“ dürfen. Das Spielprinzip von Memory führt dazu sich sehr intensiv mit visuellen Details von Produkten zu beschäftigen. Ideal wenn es darum geht das Design von Produkten vorzustellen. Der etwas altbackene Touch des Memory kann durch eine chice Gestaltung neutralisiert werden. Eine visuelle Entsprechung zum Multiple-Choice-Punkte anklicken ist das Drag&Drop.

Eine komplexe Website mit vielen Templates für ein CMS: diese Aufgabenstellung erfordert ein besonders methodisches Vorgehen das auch den Auftraggeber einschließt. Layouts müssen übersichtlich und einheitlich sein. In der Konzeptionsphase diszipliniert zusammen zu arbeiten ist wichtig. Auch der Auftraggeber ist Teil des Teams hat somit auch eine Bringschuld, puncto Termin-Einhaltung und vollständige Lieferung von Inhalten. Das ist ein heikles Thema, das man aber frühzeitig klären sollte.

Vor lauter Technik sollte man die Faktoren Sympathie und Individualität nicht vergessen. Da kommt die Kreativität des Illustrators oder Grafikers ins Spiel. Für eine Website für eine Kanzlei mit Schwerpunkt Familienrecht wurde das Motiv einer Kakteen-Familie entwickelt. Gerade familiäre Auseinandersetzungen sind ja oft recht schmerzlich und bedürfen der De-Eskalation. Das Motiv thematisiert nun dieses Schmerzliche, aber mit einem Schuss Humor, da nichts besser geeignet ist die Schwere aus einer Situation zu nehmen. Und in diesem Fall auch die Schwellenangst vor der Kontaktaufnahme zu verringern. Ausserdem eignet sich das Motiv gut um daraus eine Serie zu entwickeln die die unterschiedlichen Themen illustriert.

INTRANET/ DATENBANKEN: Puncto Gestaltung wird diesen nicht-öffentlichen Bereichen oft wenig Aufmerksamkeit zuteil. Häufig gibt es keine Budgets die in Relation stehen zur Bedeutung dieser Systeme, und der Entwickungs-Kosten. Dabei hat die Nutzerfreundlichkeit, das Interface-Design, großen Einfluss auf die erfolgreiche Nutzung. Auch das Erscheinungsbild beeinflusst natürlich die Akzeptanz der Anwender. Die tollsten Inhalte und Features nützen wenig wenn die Nutzer, die überwiegend die Mitarbeiter der Unternehmen sind, sich ungern im Intranet bewegen. Für einen großen Nürnberger IT-Dienstleister gab es den, also untypischen, Auftrag eine Bilddatenbank auch visuell ansprechend zu gestalten. Eine kubische 3D-Struktur wurde als Key-Visual entwickelt und mehrfach innerhalb der Anwendung aufgegriffen.

BANNER: diese ungeliebten Zappel-Animationen… Wenn sie aber nicht nur schreien „Schau, hier bin ich!“, sondern eine Geschichte erzählen, und auch noch gut aussehen, können sie ihre Funktion erfüllen: Interesse wecken und daraufhin eine Aktion auslösen.

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